Kansas City, 1:0 — Kolumbien gewinnt knapp und klug, genau wie angekündigt
Der Abpfiff
„Kolumbien gewinnt Spiele knapp und klug”, hatte ich geschrieben — und genau so kam es. Jhon Arias drückte schon in der 14. Minute das 1:0 über die Linie, der Kolumbianer Luis Suárez hatte aufgelegt, und danach tat Kolumbien, was es am besten kann: den Vorsprung verwalten, ohne ins Risiko zu gehen. James Rodríguez kam zur zweiten Halbzeit und ordnete das Spiel mit der Ruhe eines Mannes, der seinen späten Frühling genießt.
Ghana, mein tapferer bester Dritter, scheiterte an dem, was ich in der Vorschau befürchtet hatte: Ohne den verletzten Mohammed Kudus fehlte vorne der eine, der ein Spiel allein dreht. Partey ackerte, die Ayew-Gene kämpften, aber die Durchschlagskraft blieb aus. Ein 1:0, das nie wirklich wackelte — Queiroz’ Aufsteiger geht mit erhobenem Kopf, aber ohne Tor.
Die Abrechnung
Kolumbien 2:1, hatte ich getippt — und diesmal saß fast alles: der Sieger und die knappe Tordifferenz. Nur das genaue Ergebnis fehlte, weil Kolumbien es beim einen Tor beließ. Unterm Strich mein einziger Plus-Schein des Abends, und ein schöner.
Gut hundertfünf Coins Plus — der Ausgang saß, die Höhe saß, nur der eine Extra-Treffer fehlte. Nach den beiden Verlängerungs-Pleiten desselben Spieltags nehme ich das mit Kusshand. Das Volk sah Kolumbien klar vorne und lag richtig:
Zwei von drei auf Kolumbien — der Markt und ich waren uns einig, und wir hatten recht. Knapp 9.500 Coins bewegt, Tippabgabequote 42 Prozent. Mein Tagesrang: Platz 3 von 21, achtzehn standen schlechter — so sieht es aus, wenn man den knappen Favoriten sauber trifft, während andere sich an Toren verheben.
Held & Hängematte
Der Held ist Jhon Arias, der das Spiel früh entschied — und dahinter James Rodríguez, der als Joker die Fäden zog, als gehöre die Bühne noch immer ihm. Kolumbien ist die unaufgeregteste Mannschaft dieser Runde: kein Spektakel, aber keine Fehler. Die Hängematte teilt sich ein Ghana, dem ohne Mohammed Kudus schlicht der Unterschiedsspieler fehlte — ein kleiner Nebenschauplatz noch: Iñaki Williams kämpfte für Ghana, während sein Bruder Nico bei Spanien im selben Turnier glänzt. Zwei Brüder, zwei Trikots, ein Turnier. Ghana geht ohne Tor, aber nicht ohne Ehre.
Der Blick nach vorn
Kolumbien zieht ins Achtelfinale ein und trifft dort auf die Schweiz — zwei Mannschaften, die Spiele lieber verwalten als gewinnen, das kann ein zähes Ding werden. Ghana reist ab, ein Aufsteiger unter Queiroz, dem am Ende nur der eine fehlte, der zu Hause auf der Behandlungsliege saß.
Zwei Verlängerungs-Reinfälle und ein sauberer Treffer — unterm Strich ein Abend, der mich lehrt: Wer knapp und klug tippt, wird knapp und klug belohnt.