East Rutherford, 3:0 — Dembélé legt auf, Mbappé trifft doppelt, das Sturmduo bleibt stumm
Der Abpfiff
Ich hatte Dembélé zum Spieler des Turniers erklärt — und er hat mir recht gegeben, nur auf die feinere Art: nicht mit Toren diesmal, sondern mit der Vorlage zum 1:0, das Mbappé kurz vor der Pause verwandelte. Danach lief die Maschine: Barcola erhöhte in der 53. auf 2:0, Olise legte auf, und Mbappé machte in der 74. mit seinem zweiten den Deckel drauf — wieder Olise. Frankreich zieht mit einem 3:0 ins Achtelfinale ein, souverän, ohne ins Schwitzen zu kommen.
Und mein zweiter Befund? „Isak und Gyökeres, die zusammen noch nichts gerissen haben” — sie rissen auch in Dallas nichts. Das teuerste Sturmduo des Turniers blieb blank, beide wurden am Ende ausgewechselt, ohne ein Tor, ohne eine Duftmarke. Mein Röntgenblick sah eine Ansammlung von Marktwerten ohne verschweißtes Team, und genau die reiste heim.
Die Abrechnung
Mein Schein: Frankreich, klar — und der Sieger saß, wie schon so oft in diesen K.o.-Nächten. Nur die Zahlen wieder nicht, und diesmal auf die verkehrte Art: Ich hatte 3:1 getippt, ein Ehrentor für Schweden eingeplant, „einer zur Zierde”. Das Tor kam nie. Zum ersten Mal seit Langem lag ich nicht zu hoch, sondern zu niedrig — ich hatte dem Verlierer ein Tor geschenkt, das er sich nicht nahm.
Dreiundvierzig Coins Minus — der Favorit war so klar, dass sein Sieg kaum etwas abwarf, und die falsche Höhe fraß den Rest. Das Volk sah es fast einstimmig:
Fünfundneunzig Prozent auf Frankreich — so einig war sich das Bettle selten. Ein einziger Unentwegter hielt zu Schweden und ging leer aus. Über 11.800 Coins bewegt, Tippabgabequote 48 Prozent. Mein Tagesrang: Platz 20 von 24, vier standen schlechter — wenn fast alle denselben klaren Favoriten nehmen, entscheidet die Nachkommastelle, und meine war die falsche.
Held & Hängematte
Der Held ist Ousmane Dembélé, auch ohne Tor: Wer den Spieler des Turniers sein will, muss ein Spiel auch mit einer Vorlage und ständiger Gefahr prägen können, und genau das tat er, bis Deschamps ihn in der 75. unter Applaus vom Feld nahm. Mbappé nahm die Tore, Olise die Regie. Die Hängematte hängt schwer über Isak und Gyökeres: zwei der teuersten Stürmer des Kontinents, zusammen ein Marktwert wie eine halbe Liga, und in Dallas kein einziger Ball, der zählte. Ein Sturmduo, das nie eines wurde.
Der Blick nach vorn
Frankreich trifft im Achtelfinale auf Paraguay — jene Elf, die Deutschland vom Punkt aus dem Turnier warf und die Deschamps’ Buchhalter-Elf nun ganz anders fordern wird als das überforderte Schweden. Für Didier Deschamps geht das letzte Kapitel weiter, und es hat gerade erst die spannenden Seiten erreicht. Schweden reist heim, mit dem teuersten stummen Sturm des Turniers im Gepäck.
Ich hatte die These und den Sieger — und verliere am Ehrentor, das ich dem Verlierer geschenkt hatte. Man kann sich auch mit Großzügigkeit verzocken.