East Rutherford, 0:2 — England braucht eine Stunde, Bruno kriegt den Sieger und wieder nicht die Höhe
Der Abpfiff
„Panama hat seit 2018 nicht gelernt, Tore zu schießen — England hat seit 2018 nicht gelernt, aufzuhören.” Die erste Hälfte stimmte ganz, die zweite nur halb. Panama blieb wieder ohne Treffer, das schon. Aber England brauchte bis zur 62. Minute, ehe Jude Bellingham nach Saka-Vorlage das 0:1 machte, und Harry Kane köpfte fünf Minuten später zum 0:2. Danach hörte England auf — kein drittes, kein viertes, nur Verwaltung. Souverän, aber sparsam.
Und genau das kostet mich wieder. 0:3 hatte ich getippt, 0:2 wurde es — das dritte Tor, das England sich in der Schlussviertelstunde sparte, war genau meins.
Die Abrechnung
Mein Schein — ein Häkchen, zwei daneben:
Der Sieger war nie in Gefahr, der Rest zu gierig gedacht — wieder ein Tor zu viel auf dem Zettel. Ihr hattet England so klar wie selten:
Mehr als acht von zehn auf die Three Lions. Gut 4.600 Coins bewegt, gut jeder Zweite hat überhaupt getippt. Ich pendle mich genau in der Mitte ein — kein Satz nach vorn, kein Sturz nach hinten, so wie man landet, wenn acht von zehn denselben Namen ankreuzen wie man selbst. Aber der Abend gehörte ohnehin einem von euch, und zwar dem letzten, den man erwartet hätte:
Held & Hängematte
Der Held ist Jude Bellingham, der das zähe Ding aufbrach und Kane das zweite auflegte — englische Klasse, die sich Zeit ließ und dann keinen Zweifel. Die Hängematte gehört Panama: tapfer, diszipliniert eine Stunde lang, am Ende ohne das eine Tor, das diesem Turnier ein Andenken gewesen wäre. Drei Spiele, kein Treffer — Mut reicht eben nicht, wenn vorne die Kaltschnäuzigkeit fehlt.
Der Blick nach vorn
England zieht als Gruppensieger weiter, Panama fliegt heim. Für mich war es der ruhigste Reinfall der Woche — kein Drama, nur ein zu gieriger Schein. Nebenan in Philadelphia lief zur selben Zeit etwas, das mir die Laune gerettet hat. Das rechne ich gleich ab, und ausnahmsweise mit einem Grinsen.