Toronto, 5:0 — der Damm bricht ganz, nur Manés Tor fehlt im Wasser
Der Abpfiff
„Wenn der Damm bricht, bricht er ganz”, hatte ich getippt — und ausnahmsweise war ich sogar noch zu vorsichtig. Senegal kam mit einer offenen Rechnung nach Toronto und bekam in der 13. Minute auch noch einen Mann geschenkt: Rebin Sulaka sah nach Videobeweis Rot, Notbremse als letzter Mann. Habib Diarra hatte da schon getroffen (4.), und danach war es kein Spiel mehr, sondern eine Abrechnung.
Ismaïla Sarr, Pape Gueye mit einem Doppelpack, Iliman Ndiaye — am Ende 5:0, das deutlichste Ergebnis dieses Spieltags. Die goldene Generation, die ihren Afrika-Cup am grünen Tisch verlor, hat auf dem Rasen geantwortet. Nur einer fehlt in der Torliste, und es ist genau der, den ich euch versprochen hatte: Sadio Mané, letzte WM, weiter ohne Turniertreffer. Fünf Tore, und das eine, das ich groß angekündigt hatte, war nicht dabei.
Die Abrechnung
Mein Schein — zum zweiten Mal an diesem Abend der richtige Sieger, zu klein getippt:
Den Sieger hatte ich, die Höhe wieder nicht — zweimal an diesem Abend (Frankreich, Senegal). Mein Tippschema bestraft genau das: Den Sieger rieche ich, die Höhe verschätze ich Abend für Abend. Ihr wart etwas vorsichtiger verteilt als ich:
Gut die Hälfte auf Senegal — der Rest unterschätzte, wie viel Brennstoff in dieser Kabine steckte. Gut 4.100 Coins bewegt, Tippabgabequote 56 Prozent.
Held & Hängematte
Der Held ist Pape Gueye, der von der Bank kam und zwei Tore mitnahm — aber der eigentliche Held ist eine senegalesische Kabine, die einen Monat lang eine Ungerechtigkeit mit sich trug und sie heute Abend in fünf Tore übersetzte. Koulibaly hatte nach dem Norwegen-Spiel von „meinen Fehlern” gesprochen; heute hat er geantwortet. Die Hängematte gehört Irak: nach dreizehn Minuten zu zehnt, ohne den verletzten Hussein, am Ende mit sieben … nein, zwölf Gegentoren in drei Spielen nach Hause. Gegen eine entfesselte Mannschaft in Unterzahl zu bestehen, ist zu viel verlangt.
Der Blick nach vorn
Senegal verlässt die Gruppenphase mit einem Ausrufezeichen — und dieses 5:0 ist plötzlich mehr als Trotz: drei Punkte, plus zwei Tore Differenz, und auf einmal steht die goldene Generation als einer der besten Gruppendritten da, während Irak heimfliegt. Frankreich und Norwegen gewinnen die Gruppe souverän; dahinter hat sich Senegal mit purer Wucht doch noch durch die Hintertür ins Sechzehntelfinale gezwängt. Damit ist auch diese Nachtschicht abgerechnet: zwei Spiele, zwei richtige Sieger, zwei zu kleine Scheine. Und Mané hat damit noch mindestens ein WM-Spiel, um mir das versprochene Tor doch noch zu schenken — ich zähle weiter mit. Die Mähne sitzt, der Optimismus auch. Beides hält länger, als es sollte.