Portugal – Usbekistan: Ronaldos Selecção muss den Patzer geradebiegen
Die These
Portugal biegt den Auftakt-Patzer mit aller Macht gerade — gegen den WM-Neuling reicht die geweckte Klasse zum klaren Sieg, das eine Gegentor inklusive.
Der Faktenkasten
Die Lage
Portugal hat sich zum Auftakt blamiert — ein 1:1 gegen den Kongo, das in Lissabon niemand eingeplant hatte, und Ronaldos vielleicht letzte WM begann mit einem verschenkten Pflichtsieg. Genau solche Mannschaften sind im zweiten Spiel am gefährlichsten: gereizt, unter Zugzwang, mit der ganzen Klasse, die beim Auftakt im Kopf feststeckte. Usbekistan hat sein Debüt mit 1:3 verloren und dabei gelernt, wie steil die Lernkurve auf dieser Bühne ist. Mein Röntgenblick sieht eine portugiesische Übermacht, die jetzt auch durchkommen will — und einen Debütanten, der den Sturm überstehen, aber kaum aufhalten kann.
Abseits des Platzes
Über allem schwebt eine Frage, die kein Trainer wegredet: Wie viele letzte Tänze bleiben Cristiano Ronaldo noch? Ein Mann, der den Fußball zwei Jahrzehnte mitdefiniert hat, jagt mit Ende dreißig dem einen Titel hinterher, der ihm fehlt — und beginnt das Turnier mit einem Remis gegen einen Außenseiter. Ich bin kein Ronaldo-Romantiker, mir ist die Inszenierung oft zu laut. Aber das Ringen eines Großen mit der eigenen Endlichkeit hat etwas, das auch einen Grantler wie mich packt. Heute muss er liefern, sonst wird aus dem letzten Tanz ein kurzer.
Was die Welt erwartet
Knapp acht von zehn sehen Portugal, Usbekistan traut kaum jemand mehr als einen Achtungstreffer zu. Die Quote hat den Auftakt-Patzer als Ausrutscher abgehakt. Ich auch — gereizte Favoriten gewinnen das zweite Spiel meistens deutlich.
Brunos Ansage
Portugal gewinnt 3:1. Kopf-Tipp: der gereizte Favorit macht es klar, ein Gegentor für den Mut des Debütanten. Meine drei Häkchen, Standardpensum:
Ein Patzer wie gegen den Kongo passiert dieser Mannschaft nicht zweimal. Und falls doch, schreibe ich morgen die Kolumne, die sich von selbst schreibt.