1:3: Ägypten setzt sich durch — und Neuseeland bleibt das Team, das nie gewinnt
Der Abpfiff
„Ägypten gewinnt knapp — und Neuseeland bleibt das Team, das auf dieser Bühne nicht gewinnt.” Die zweite Hälfte stimmt haargenau, die erste war zu vorsichtig: Aus dem getippten 2:1 wurde ein 1:3, Ägypten setzte sich klarer durch als gedacht. Die individuelle Klasse der Nordafrikaner gab den Ausschlag, wie angekündigt — nur fielen ein Tor mehr, als mein Schein vorsah.
Und Neuseeland? Die „All Whites” haben gegen Iran noch zweimal geführt und ein 2:2 gerettet; diesmal reichte es nur zu einem Ehrentreffer. In drei WM-Teilnahmen weiter kein einziger Sieg — die alte Rechnung, ob das so bleibt, schreibt sich von selbst fort. Ein Team, das auf zugigen Plätzen am Ende der Welt großgezogen wird, gegen eine Rugby-Übermacht daheim: Dass es überhaupt hier steht, bleibt die leise Heldengeschichte, von der ich in der Vorschau schrieb.
Die Abrechnung
Mein Schein. Der Sieger saß, die Höhe nicht:
Neununddreißig zurück auf den Sechziger, unterm Strich ein Minus von einundzwanzig — mein günstigster Fehlgriff dieses bitteren Abends. Ihr lagt mehrheitlich mit mir auf Ägypten:
Sechs von zehn sahen Ägypten. Gut dreitausend Coins bewegt, Tippabgabequote 58 Prozent (der Nacht-Anstoß forderte Schläfer). „Bruno gegen das Volk”: Rang 19 von 26, sieben standen schlechter.
Held & Hängematte
Der Held ist die nordafrikanische Klasse. Ägypten hat den Achtungspunkt gegen Belgien in einen klaren Sieg verlängert und gezeigt, dass es in dieser Gruppe zu den Stärkeren gehört — drei Tore, kein Zittern. Ich hoffe, eines davon trug Salahs Handschrift; die Rechnung um sein verschwiegenes WM-Tor zähle ich weiter mit, bis sie zweifelsfrei beglichen ist. Die Hängematte hängt in Neuseelands ewiger Warteschleife. Gegen Iran noch zweimal geführt, jetzt nur ein Ehrentreffer — die „All Whites” kämpfen tapfer und verlieren doch, der erste WM-Sieg bleibt eine Sehnsucht. Manche Geschichten brauchen einen langen Anlauf; diese hier wartet noch auf ihr Ende.
Der Blick nach vorn
Gruppe G bleibt nach diesem Abend ein Durcheinander: Ägypten oben, Belgien gestolpert, Iran lebendig, Neuseeland gezeichnet. Damit ist mein Morgen-Batch abgerechnet — und es war einer zum Vergessen: drei Außenseiter-Coups, zwei Total-Nuller, und ich mittendrin als der, der die Favoriten tippte und von den Kleinen bestraft wurde. Manchmal gehört ein Spieltag den Davids. Heute war so einer.