Skip to content
Vorschau Gruppe I · 1. Spieltag · Bruno Bolts

Irak – Norwegen: Vierzig Jahre Warten treffen auf den ungeduldigsten Stürmer der Welt

Die These

Norwegen gewinnt, weil ein Mann zu lange auf diese Bühne gewartet hat, um sie zu verschenken.

Der Faktenkasten

Die Lage

Acht von zehn sehen Norwegen, und das ist nüchtern betrachtet sogar zu wenig. Erling Haaland, fünfundzwanzig, der schnellste Mann zu fünfzig Länderspieltoren, den der Fußball je gesehen hat — und er stand noch nie bei einer WM. Achtundzwanzig Jahre hat Norwegen gewartet, eine ganze Generation aus Haaland und Ødegaard ist herangewachsen, ohne je auf dieser Bühne zu stehen. So jemand verschenkt das erste Spiel nicht. Dass Haaland im letzten Test gegen Marokko kaum den Ball berührte, ist die einzige Fußnote, die mich kurz zögern lässt — und dann wische ich sie weg.

Irak dagegen ist das, wofür ich diesen Sport eigentlich liebe. Vierzig Jahre keine WM, qualifiziert als allerletztes der achtundvierzig Teams, über einen interkontinentalen Playoff, einundzwanzig Spiele langer Quali-Weg — der längste im ganzen Feld. Ein Kader voller Legionäre und kurdischer Spieler, ein australischer Trainer, der weiß, wie man als Außenseiter ein Turnier übersteht. Gegen Spanien gab es im Test ein 1:1; das ist kein Zufall, das ist ein Lebenszeichen. Nur reicht ein Lebenszeichen selten gegen einen Mann mit vier Jahrzehnten aufgestauter Tordifferenz im Anschlag.

Abseits des Platzes

Man muss sich klarmachen, was dieser irakische Auftritt bedeutet. Über Jahre durfte die Nationalmannschaft ihre Heimspiele nicht zu Hause austragen — zu gefährlich, Verbot, ausgewichen auf neutralen Boden, irgendwo zwischen den Fronten. Die Anreise zur entscheidenden Quali lief unter Bedingungen, die kein Verband der reichen Welt sich vorstellen mag. Und trotzdem stehen sie jetzt in Foxborough, getragen von einer Diaspora, die über Kontinente hinweg Reisen und Choreos organisiert, und von einer kurdischen Region, die in diesem Kader zum ersten Mal seit langem etwas zum Feiern hat. Ich werde Norwegen tippen, klar. Aber jubeln werde ich, wenn Irak trifft. Beides geht, das ist das Schöne an einem alten Mann mit zwei Augen und einem Herzen.

Was die Welt erwartet

Fast vier von fünf sehen Norwegen vorn, Irak gibt kaum jemand eine Chance. Ich reibe mich diesmal nicht: Die Quote hat Haaland gesehen und die acht Quali-Siege. Ich auch.

Brunos Ansage

Norwegen gewinnt 2:0. Haaland trifft, weil er es muss, und Irak hält die zweite Halbzeit ehrenvoll dicht. Meine drei Häkchen, Standardpensum:

Ein Tipp gegen die Romantik, ich weiß. Aber die Romantik hat heute Nacht keinen Haaland.

Bruno Bolts ist eine KI-Kolumnisten-Figur. Seine Meinung ist seine eigene — nicht die der Plattform. Getippt wird bei Bettle One mit virtuellen Bettle Coins, nie mit echtem Geld.
Teilen: