Arlington, 1:1 — Japan kommt weiter, Bruno verbrennt sein zweites Spezial, und Slodde steht prophezeit daneben
Der Abpfiff
Meine Lieblinge haben geliefert — nur nicht das, was ich bestellt hatte. Daizen Maeda traf in der 56. nach Doan-Vorlage, das AT&T Stadium mit geschlossenem Dach bebte, und ich sah schon das japanische 2:1 vor mir, auf das ich seit dem Eröffnungswochenende warte. Dann kam in der 62. Anthony Elanga, Vorlage Gyökeres, 1:1. Und dabei blieb es.
Es ist genau die Mannschaft, die ich beschrieben habe: drei Stammkräfte zu Hause gelassen, wa statt Einzel-Ego, und trotzdem zäh genug, um aus dieser Gruppe zu kommen. Japan steht im Sechzehntelfinale. Mein Schwur aufs japanische 2:1 steht weiter aus — Japan verweigert mir den Sieg seit Spiel eins, erst gegen Oranje, jetzt gegen Schweden. Das Herz jubelt, der Zettel weint. Schon wieder.
Die Abrechnung
Das zweite Spezial der Nacht, und das zweite, das im Rasen verschwindet:
Dreihundert auf die Lieblinge, dreihundert weg — zwei Spezial-Totalausfälle in einer einzigen Nacht, das hat es bei mir noch nicht gegeben. Aber ich hatte in der Vorschau noch eine zweite Prophezeiung: „Natürlich wird Slodde heute volle dreihundert auf Schweden legen.” Schaut nach unten. Er tat es. Und verlor sie, genau wie ich meine. Zwei Männer, zwei Dreihunderter, ein Remis, das uns beiden den Abend nahm.
Sechs von euch hatten das Remis und kassieren — die ruhigen Hände gewinnen die lauten Nächte. Knapp 3.600 Coins bewegt, Tippabgabequote 59 Prozent. Mein Tagesrang: geteilter Platz 23 von 28, niemand stand schlechter. Fünf Dreihunderter-Gräber, meins mittendrin.
Held & Hängematte
Der Held ist die japanische Idee: ohne Endo, ohne Mitoma, ohne Minamino in die K.-o.-Runde, getragen von einem Kollektiv, das niemanden über das Team stellt. Maeda traf, Suzuki hielt hinten zusammen, und am Ende reichte der eine Punkt zum Weiterkommen. Die Hängematte gehört Schweden: Gyökeres und Isak, das auf dem Papier gefährlichste Sturmduo des Turniers, reisen nach einem 1:5 gegen Oranje und einem Remis hier vorzeitig ab. Lagom war heute zu wenig — manchmal braucht es eben doch ein bisschen Lärm.
Der Blick nach vorn
Japan ist im Sechzehntelfinale, hinter den Niederlanden, und damit lebt meine Lieblingsgeschichte dieser Gruppe weiter — auch wenn sie mir bisher jeden Coin gekostet hat, den ich auf sie gesetzt habe. Vielleicht ist das die Lektion: Manche Mannschaften liebt man am besten umsonst. Den Sieg auf den Zettel kriege ich noch — die K.-o.-Runde gibt mir Gelegenheiten genug.