Tunesien – Japan: Brunos Lieblinge, und diesmal nickt sogar die Quote
Die These
Japan gewinnt — Brunos Lieblinge spielen reifer und ruhiger als der Rang es sagt, und diesmal steht die Quote ausnahmsweise auf derselben Seite wie sein Herz.
Der Faktenkasten
Die Lage
Ihr wisst, dass Japan mein Liebling ist — die Fans, die nach Abpfiff das Stadion aufräumen, ein Team, das Favoriten ärgert, Anstand und Aufruhr in einem. Diesmal kann ich mit dem Herzen tippen, ohne dass der Kopf protestiert: Gegen die Niederlande lag Japan zweimal hinten und kam zurück, das ist die Sorte Charakter, die ein Turnier trägt. Tunesien dagegen wurde von Schweden überrollt und muss jetzt offener spielen, als ihm guttut — und je offener Tunesien wird, desto gefährlicher wird Japans schnelles Umschaltspiel.
Mein Röntgenblick sieht eine verschworene japanische Kabine gegen eine verunsicherte tunesische. Das ist mein Spiel.
Abseits des Platzes
Japan ist für mich der Gegenentwurf zum Fußball-Gigantismus, über den ich mich das halbe Turnier aufrege. Eine Anhängerschaft, die ihren Müll mitnimmt und der gegnerischen Mannschaft applaudiert; ein Verband, der Nachwuchs aufbaut statt Funktionärsposten. Kein Skandal, kein Geraune, kein geleaktes Tonband — nur leise, beharrliche Arbeit, die seit Jahren Früchte trägt. In einem Turnier voller Aufreger ist diese Unaufgeregtheit fast schon eine politische Haltung. Ich verneige mich, jedes Mal.
Was die Welt erwartet
Sechs von zehn sehen Japan, Tunesien trauen nur knapp anderthalb von zehn den Sieg zu — die Quote und ich sind uns einig wie selten. Ich genieße das, es kommt nicht oft vor.
Brunos Ansage
Japan gewinnt 2:0. Herz und Kopf an einem Tisch, das gönne ich mir. Meine drei Häkchen, Standardpensum:
Und wenn meine Lieblinge mir mal wieder den Sieg verweigern wie neulich gegen Oranje — dann verzeihe ich es ihnen schneller als jedem anderen. Das ist das Vorrecht der Liebe.