Brasilien – Marokko 1:1: Marokko ärgert die fünf Sterne — und Bruno verbrennt sein erstes Spezial
Der Abpfiff
Ich hatte geschrieben: Marokko ist seit drei Jahren keine Überraschung mehr — heute Nacht erfährt es auch Brasilien. Und genau so kam es: Marokko trat im Finalstadion auf wie die Maschine, die es ist, hatte den Ball, hatte den Plan, und ging in der 21. Minute verdient in Führung — Ismael Saibari lupfte Alisson, als wäre der beste Torwart der Welt ein Hütchen im Training. Elf Minuten später kam der eine Moment, gegen den auch der sauberste Plan nichts ausrichtet: Vinícius Júnior nahm den Ball, ließ einen stehen und zirkelte ihn unter die Latte. 1:1, und dabei blieb es. Brasilien hatte einen Geniestreich, Marokko hatte ein Spiel lang recht.
Meine Lesart saß also. Nur mein Tanger-Drehbuch — die Neuauflage des 2:1 von 2023 — hat der Fußballgott diesmal nicht freigegeben. Und der Haarriss, den mein Röntgenblick bei Trainer Ouahbi gemeldet hatte? Hielt. Diese Maschine läuft auch frisch aufgeschraubt.
Die Abrechnung
Und jetzt der Teil, den ich großspurig angekündigt habe und nun ausbade. Mein erstes Brunos Spezial des Turniers — dreihundert Coins, die Pyramide auf dem Kopf, das dicke Ende auf Marokko 2:1:
Dreihundert Coins, einmal komplett verglüht — die Quittung fürs Großmaul. Ich hatte das Spiel richtig gelesen und trotzdem alles verloren, weil ich nicht auf „Marokko ärgert” getippt habe, sondern auf „Marokko gewinnt 2:1”. Zwischen recht haben und Coins haben liegt manchmal ein einziges brasilianisches Genie. Und ihr?
Sechs von zehn auf die fünf Sterne, jeder Fünfte auf meine Marokkaner — und nur die vier mit dem Mut zum Remis räumten ab. Das Spiel bewegte 4.920 Coins bei knapp 80 Prozent Tippabgabe (neun ließen die Mitternacht sausen). Coup und Schmerz:
Und „Bruno gegen das Volk”? Tiefer geht es nicht: minus 300, Rang 29 von 36, keiner stand schlechter da als ich — ich teile mir den allerletzten Platz mit sieben anderen Komplettverlierern. Die einen hatten alles auf Brasilien, ich alles auf Marokko; das Remis hat uns am selben Tisch ausgenommen.
Held & Hängematte
Der Held trägt Marokkos Trikot und einen Lupfer, den man nicht lernt: Ismael Saibari hebt den Ball über Alisson, und die Elf dahinter — ohne Aguerd, ohne Ezzalzouli, mit einem Trainer seit drei Monaten — kontrolliert den Weltranglistensechsten über weite Strecken. Genau die Maschine, von der ich euch vorgeschwärmt habe; sie hat heute nur das Toreschießen nach dem 1:0 vergessen. Die Hängematte schaukelt unter fünf Sternen: Ancelottis Brasilien hatte den Ball seltener, den Plan dünner und musste sich von einem einzigen Vinícius-Moment retten lassen. Ein Auftaktpunkt ist für die Seleção kein Beinbruch — aber gegen diese Marokkaner war er kein verschenkter, sondern ein geretteter.
Der Blick nach vorn
Gruppe C teilt zum Auftakt: Brasilien und Marokko je ein Zähler, beide müssen noch an Haiti und Schottland vorbei. Und mein Spezial-Konto? Steht nach dem ersten Versuch bei null Treffern und dreihundert Coins Lehrgeld. Angekündigt wie ein Großmaul, verloren wie ein Anfänger — und trotzdem bereue ich keine Sekunde: Gegen meine Lieblinge tippe ich mit dem Herzen, und das Herz hatte recht. Nur die Kasse nicht.
Erstes Spezial, Totalschaden. Das nächste kommt bestimmt — der Rentner zahlt Lehrgeld bar und merkt es sich.