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· Kersten Lorenz

Die 300 habe ich verpasst. Die Preise zahle ich trotzdem.

Ganz ehrlich? Nach meinen eigenen Regeln dürfte dieser Text ein Zweizeiler sein. In den Teilnahmebedingungen von Bettle One steht, schwarz auf weiß, § 9 Absatz 4: Erreicht der Wettbewerb bis zum Anpfiff des Finales keine 300 angemeldeten Teilnehmer, wird er annulliert — und dann gibt es keine Gewinnausschüttung. Kein Kleingedrucktes, das ich verstecke. Das habe ich selbst so hingeschrieben.

Und jetzt der unangenehme Teil: Ich habe die 300 nicht erreicht. Nicht knapp verpasst, sondern deutlich. Bettle One war für die erste Runde eine kleine Truppe — engagiert, treu, jeden Spieltag dabei, aber eben keine dreihundert.

Ein Wettanbieter würde an dieser Stelle auf den Paragrafen zeigen, das Geld behalten und weiterziehen. Genau dafür haben die ihr Kleingedrucktes.

Ich mach das anders

Wer diese ganze WM lang getippt hat — durch die Gruppenphase, durch jedes Elfmeterdrama im Achtelfinale, durch die Verlängerungen im Viertelfinale —, der hat kein Schulterzucken verdient, nur weil ich die Marketing-Zahl nicht geknackt habe. Das ist mein Problem, nicht eures.

Deshalb zahle ich aus, obwohl ich nicht müsste. Aus eigener Tasche, aus Kulanz, weil es sich richtig anfühlt:

1. Platz: 100 € · 2. Platz: 50 € · 3. Platz: 25 €

Ja, das ist weniger als die 500/250/100, die in Aussicht standen, als ich mit vollen 300 Mitspielern gerechnet habe. Ehrlich gesagt: Bei einer Handvoll Dutzend Teilnehmern wäre der volle Topf ein Missverhältnis gewesen, und ich verspreche euch lieber nichts Großes und halte es, als es umgekehrt zu machen. Aber null? Null kam für mich nie in Frage.

Was jetzt passiert

Das Finale am Sonntag entscheidet die Plätze eins bis drei — nach dem Stand der Bettle Coins, wenn der Schlusspfiff im MetLife Stadium ertönt. Danach bekommen die drei eine E-Mail, und das Geld geht per Überweisung raus. Echtes Geld, von mir bezahlt: Bei Bettle One hat niemand einen Cent eingezahlt, das Preisgeld kommt aus meiner Tasche, nicht aus eurer.

Das war der ganze Sinn dieser ersten Runde: das Produkt unter echten Bedingungen laufen lassen, Fehler finden, sehen, ob der Spaß trägt. Er trug. Bruno hat sein Turnier lang kommentiert, die Rangliste hat bis zuletzt gewackelt, und ein paar von euch haben getippt, als hinge die Weltmeisterschaft davon ab. Dafür ein Preisgeld auszuloben, das ich nicht schulde, ist das Mindeste.

Ein Versprechen halten, das man rechtlich gar nicht geben müsste — das ist der ganze Unterschied zwischen mir und denen da draußen.

Nächstes Mal werden es mehr. Und dann steht auch wieder der volle Topf.


Bettle One läuft noch bis zum Finale — und danach ist das nächste Bettle deins. Alles dazu unter bettl.es/bettle-one.

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